Hindenburger Dorfgeschichten

kleines Dorf in der Altmark


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Zeitungsbericht vom 18.Mai.1993



                           Erhard Tramp                 

                                                                                        100 Jahre

geb:  27.März.1913

ges:  09.April.1981

                                                                                      Bilder von E.Tramp

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Im Leben stets der Heimat und der Natur verbunden

28.03.2013 02:17 Uhr

 

 

Von Christian Falk

Der Künstler und Kunsterzieher Erhard Tramp wäre gestern 100 Jahre alt geworden. | Foto: privat

Hindenburg l "Über weites, flaches Land musste er sehen können, musste Wiesen, Weiden und Acker in Augenschein nehmen, dazu auch die Wolken, wie sie im altmärkischen Land zu jeder Tageszeit in Erscheinung treten.

Dies alles gehörte zum Motivbereich, den der Künstler Erhard Tramp zu Papier und auf die Leinwand brachte und der ihm aus dem Herzen kam. Er war ein Maler, der die Altmark zu seinem Motiv machte. Er musste keine weiten Reisen unternehmen, um sie immer wieder und in allen Variationen malen zu können. Unüberbietbar war dabei seine getreue Wiedergabe der Natur, die Richtigkeit der einzelnen Farbtöne, die in Schattierungen und Nuancen auf das Genaueste abgestimmt wurden. Er stellte höchste Ansprüche an sich!"

Diese treffliche Charakterisierung zur Kunst des Heimatmalers Erhard Tramp stammte von dessen Salzwedeler Künstlerkollegen und Freund Siegfried Jagenholz (1927-2006).

Erhard Tramp wurde am 27.März 1913 in Hindenburg als einer von sieben Söhnen des Ehepaars Hermann und Erna Tramp geboren. Nach dem Besuch der Hindenburger Volksschule erlernte er in den Jahren 1927 bis 1929 in Perleberg den Beruf eines Dekorationsmalers und Tapezierers. Hierauf arbeitete er für einige Jahre in einem Osterburger Malerbetrieb und gründete eine Familie. Aus seiner im Sommer 1934 geschlossenen ersten Ehe gingen die beiden Söhne Horst und Hans hervor. Der 2. Weltkrieg beendete abrupt diesen Lebensabschnitt.

Tramp wurde zur Wehrmacht eingezogen und musste am Frankreich- und Russlandfeldzug teilnehmen. An der Ostfront geriet er in sowjetische Gefangenschaft und wurde im Donezkbecken bei der Kohleförderung eingesetzt. Das Anfertigen von Zeichenskizzen brachte ein wenig Abwechslung im harten Lagerleben. Durch einen Kameraden, einen akademischen Kunstmaler, konnte er dort auch seine künstlerischen Fertigkeiten perfektionieren und ausbauen. Mit Porträt- und Landschaftsbildern für das Bewachungspersonal erhielt Tramp, neben den benötigten Malutensilien, auch zusätzliche Essensrationen zum Lebensunterhalt. Diese teilte er kameradschaftlich mit seinen Mitgefangenen.

Bis 1949 in Gefangenschaft

Nach der Entlassung aus der Gefangenschaft im Jahre 1949 arbeitete er für kurze Zeit in der Zuckerfabrik Goldbeck, und darauf in seinem alten Beruf beim Hindenburger Malermeister Werner Lenz. In der Freizeit besuchte Tramp ab 1950 einen vom Kunsterzieher und Heimatforscher Ferdinand Till (1900-1961) in Osterburg geleiteten Volkskunstzirkel. Durch Krieg und die lange Gefangenschaft war die erste Ehe mittlerweile in die Brüche gegangen. In zweiter Ehe verheiratete sich Erhard Tramp am 21. Dezember 1952 in Hindenburg mit Lisa Tramp, geb. Hübner. Die Witwe seines bei Stalingrad gefallenen Cousins Heinz brachte die Zwillingstöchter Bärbel und Loni mit in die Ehe.

Kunsterzieher an der Schule

Nachdem Ferdinand Till aus dem Schuldienst ausgeschieden war, stellte die Oberschule Osterburg zum September 1956 dessen "Meisterschüler" als Nachfolger für das Fach Kunsterziehung ein. Die benötigten Lehrqualifikationen dazu sollten innerhalb von drei Jahren nacherworben werden. Nach einer externen Ausbildung im Pädagogischen Institut in Halle/Saale durfte er auch den dortigen Werkunterricht erteilen.

Ab 1957 erteilte Tramp an der Polytechnischen Oberschule Hindenburg Werkunterricht. Hinzu kamen in der Folge, nach Weiterbildungslehrgängen, noch die Fächer Technisches Zeichnen (auch an der Schule Krusemark), der Polytechnische Unterricht (ab 1958) und selbstverständlich Kunsterziehung.

Die Erbschaft eines Wohnhauses führte Anfang 1962 dazu, dass die Familie Tramp ihren Wohnsitz von Hindenburg nach Walsleben verlegte. Durch den Besuch der Spezialschulen für Bildende Kunst in Salzwedel und Magdeburg an den Wochenenden der Jahre 1964 bis 1967 erlangte Tramp die Qualifikation zur Leitung von Malzirkeln in der gesamten DDR. Für seine pädagogische und künstlerische Arbeit konnte er zahlreiche Auszeichnungen und Würdigungen in Empfang nehmen, so zum Beispiel 1967 die Pestalozzi-Medaille. Im gleichen Jahr attestierte ihm das Ministerium für Volksbildung auch die 1958 ohne eigenes Verschulden nicht vollständig abgeschlossene pädagogische Grundausbildung. Öfters wurden auch die Schüler seiner AG "Zeichnen und Malen" bei Ausstellungen auf Kreis- und Bezirksebene prämiert.

Bei Schülern äußerst beliebt

Mit dem Jahre 1978 schied der bei den Schülern äußerst beliebte Lehrer Tramp aus dem Schuldienst und ging in den Ruhestand. Nur wenige Tage nach Vollendung seines 68. Geburtstags verstarb der Künstler am 9. April 1981 im Krankenhaus Seehausen an den Folgen einer Hirnblutung. Unter großer Anteilnahme wurde er vier Tage später auf dem Walslebener Friedhof beigesetzt.

Erhard Tramp hinterließ ein reiches Oeuvre an Malerei, mit der er in der Altmark- und Wischeregion Kunstgeschichte schrieb. Einen Eindruck seines künstlerischen Schaffens soll eine vom 14. April bis 26. Mai im Heimatmuseum Osterburg zusammengestellte Ausstellung vermitteln. Allein in der näheren Region ließen sich weit über 170 Werke ermitteln und katalogisieren.


04.03.2013 18:55
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